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News aus der Müritzregion

FUN-KIT-III-Strategie bei Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz eingereicht

2015-03-31

 Beiratssitzung 13. März 2015Die LEADER Aktionsgruppe Mecklenburgische Seenplatte - Müritz hat am 27. März 2015 ihre Strategie ländliche Entwicklung "FUN-KIT-III" fristgemäß eingerecht. Bestandteile dieser Strategie sind Leitprojekte, die zur Umetzung der Strategie gefördert werden sollen:

Handlungsfeldübergreifendes Leitprojekt

Die LEADER Aktionsgruppe Mecklenburgische Seenplatte-Müritz beschlossen, dass der Aufbau eines Mobilitätsnetzwerkes zu Planung, Ausbau und Koordination von touristischen Dienstleistungen in Ergänzung zum Öffentlichen Personenverkehr in der Mecklenburgische Seenplatte zentrales Thema und Leitprojekt in der FUN-KIT-Strategie werden soll.

Ausgehend von den Erfahrungen mit dem „Müritz-Nationalpark-Ticket“ und dem „dat Bus“ soll beispielgebend für den Landkreis Mecklenburgische Seenplatte der ÖPNV um touristische Dienstleistungen ergänzt werden, die den Gästen ein zusätzliches attraktives Angebot bietet und gleichzeitig den Anwohnern im Rahmen der Daseinsvorsorge zu Gute kommt. Diese zusätzlichen Angebote sollen die Haushalte der Kommunen nicht oder nur unwesentlich belasten. Insbesondere sind dauerhaft Subventionen auszuschließen.

In der Aufbauphase sind Koordinierungsmaßnahmen unabdingbar, die noch nicht aus dem Projekt heraus finanziert werden können. Der zwingend einzusetzende „Mobilitätsmanager“ soll vorerst für einen begrenzten Zeitraum von drei Jahren mit einer Option auf Verlängerung über den gesamten Förderzeitraum finanziert werden. (siehe auch Anlage 12: Verwaltungsvereinbarung)

Hierfür schafft die LEADER Aktionsgruppe Mecklenburgische Seenplatte-Müritz eine zusätzliche Stelle für das LEADER- Koordinationsbüro. Erste Grundlage für die weitere inhaltliche Arbeit ist der Bericht „Optimierung des Müritz-Nationalpark-Tickets“ der Firma team red vom November 2014.

Darüber hinaus beteiligt sich die LAG mit der Projektskizze „Integration der intermodalen Mobilitätsstrategie in die touristische Dienstleistung zur Stärkung der Nahmobilität im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte“ am Bundeswettbewerb Land(auf)Schwung (siehe Anlage 13).
Projekte der Mobilität sollen darüber hinaus auch im Kooperationsnetzwerk Mecklenburgische Seenplatte gebietsübergreifend umgesetzt werden.
Mit diesem Leitprojekt soll in den nächsten drei Jahren folgendes auf den Weg gebracht werden:

- Mobilitätszentrale mit touristischem Schwerpunkt - Mobilitätsberatung - Ertüchtigung von Mitarbeitern der Tourismusinformation für den Gast in der Region (hier Endkunden-Beratung), Informationen aus einer Hand: Unterbringung, Mobilität, Erlebnis

- Entwicklung einer TourismusCard mit ÖPNV-Nutzung, Fortbestand des Geltungsbereiches des Berlin-Brandenburg Tickets in Mecklenburg-Vorpommern (Waren, Neustrelitz, Neubrandenburg)

Handlungsfeld 1:
Lebensqualität im ländlichen Raum / Demografie

1. Das PraxisNetz "MüritzSüd", ein Netzwerk der Techniker Krankenkasse, der Kassenärztlichen Vereinigung und dem Gesundheitshaus Mirow, das als Modellvorhaben zur Sicherung der stationären und mobilen medizinischen Versorgung und Stabilisierung der Gesundheitswirtschaft im ländlichen Raum umgesetzt werden soll. Aufbauend auf die guten Erfahrungen mit dem Gesundheitshaus Mirow soll modellhaft geprüft werden, wie das Problem des Mangels an Fachärzten im ländlichen Raum ansatzweise gelöst werden kann. Dazu sollen u.a. Fachärzte gewonnen werden, um in vorhandenen Praxen stunden- oder tageweise zu praktizieren. Gegebenenfalls ist dafür Infrastruktur zu schaffen. Ein weiteres Teilprojekt dieses Leitprojektes ist die Etablierung der Telemedizin im ländlichen Raum, um das Facharztwissen direkt zum Hausarzt zu bringen. (Weitere Erläuterungen in der Anlage 14)

2. Mit der barrierefreie Sanierung eines Aufgangs eines Wohnblock in Kratzeburg soll ein Beispiel zu Schaffung von altersangepassten Wohnräumen und alternativen Wohnformen im ländlichen Raum umgesetzt werden. Viele Gemeinden in der Müritz-Region haben das Problem, dass sie einerseits sogenannte Neubaublocks aus DDR-Zeiten haben, die derzeit wenig attraktiv sind. Andererseits ziehen ältere Menschen immer mehr in die Städte, sofern sie nicht mehr in der Lage sind, sich in ihrem gewohnten häuslichen Umfeld zu versorgen. Dieses Projekt stellt sich beiden Umständen entgegen.

Handlungsfeld 2:
Naturraum und nachhaltige Bewirtschaftung

1. „Natur im Garten - Inwertsetzung von Natur- und Landschaftspflege“, ein Beratungsprojekt zum Naturschutz im Garten aus Niederösterreich, wurde in 2011 in der Müritz-Region angesiedelt. Die Kollegen des Landschaftspflegeverbandes beraten Garten- und Parkbesitzer, Gemeinden und Schulen (Schulgärten) im gesamten Land Mecklenburg-Vorpommern zu Themen der nachhaltigen Gartenbewirtschaftung und setzen einzelne Projekt (Schaugarten Alt Schwerin) modellhaft um.

Durch die Aktion „Natur im Garten“ sollen interessierte Menschen auf ihrem Weg zum ökologisch und naturnah gestalteten Garten begleitet werden. Zentrale Kriterien der Aktion sind der Verzicht auf leicht lösliche Mineraldünger, auf chemisch-synthetische Pestizide und auf Torf. Zusätzlich wird großer Wert auf eine Gestaltung mit heimischen und/oder ökologisch wertvollen und regionaltypischen Pflanzen gelegt, um die Struktur- und Artenvielfalt zu erhalten. (siehe auch http://www.natur-im-garten-mv.de)

 2. Der Müritz-Nationalpark und die Naturparke Nossentiner/Schwinzer Heide und Mecklenburgische Schweiz/Kummerower See haben sich einem langwierigen Planungsprozess unterworfen. Im Ergebnis sind Nationalpark- und Naturparkpläne entstanden in denen Projekte definiert worden sind, die die Entwicklung in Großschutzgebieten durch Verbesserung der Zusammenarbeit zwischen Tourismuswirtschaft und Naturschutz unterstützen. Die LAG setzt sich mit für diese Entwicklung ein, indem sie solche Projekte zu Leitprojekten erklärt.
Hierzu zählen beispielgebend folgende Vorhaben:

  •  
    • Erweiterung Müritz-Nationalpark-Information Federow
    • Müritz-Nationalpark-Partner
    • Mobile Besucherinformationen
    • „Baumriesen“ im Naturpark (Wald und Offenland) - Bewahrung des natürlichen und kulturellen Erbes

Da die Naturparke in der Regel in mehreren LEADER-Gebieten liegen, hat sich die LEADER Aktionsgruppe Mecklenburgische Seenplatte-Müritz zur Kooperation mit den angrenzenden LAGen bekannt. (siehe Anlage 7: Absichtserklärung Zusammenarbeit und Erfahrungsaustausch bei der Sensibilisierung, Vorbereitung, Umsetzung und Evaluation von LEADER-Vorhaben)

Handlungsfeld 3:
Kultur & kulturelles Erbe

1. Insbesondere touristisch genutzte Guts- und Herrenhäuser sind meistens die größten und oft auch die einzigen Arbeitgeber im Dorf. Außerdem sind sie oft Katalysator für touristische Dienstleistungen der unmittelbaren Umgebung, wie Fahrradverleih, Kanuverleih, Pferdesport, Wohlfühl- und Gesundheitsanbieter, Golf, Kunst etc.
Jedes sanierte und zu neuem Leben erwachte Gutshaus ist als ein bedeutender Kulturträger des Landes auch Identitätsstifter für die Menschen auf dem Lande.
Auch in der Müritz-Region sind noch immer Teile dieses historischen Erbes unsaniert und oft dem Verfall preisgegeben. Die LAG hat sich zur Aufgabe gemacht, besonders auch im Rahmen der Denkmalpflege, die Sanierung und sinnvolle Neunutzung der Gutsanlagen oder Teilen davon zu unterstützen und zu begleiten. Projekte die dem Erhalt, der Sanierung und der Neunutzung von Gutsanlagen dienen und deren Nutzung unmittelbar oder mittelbar Arbeitsplätze schafft, werden zu Leitprojekten erklärt.
Beispielhaft zu nennen wäre die Sanierung des Kulturschlosses Priborn.

2. Die Identitätsstiftung der Menschen mit ihrem Heimatsort steht sehr oft in unmittelbarem Zusammenhang mit ortstypischen und ortsbildprägenden Ensembles sowie in exponierter Lage stehenden Gebäuden. Wenn solche Gebäude auch noch einer öffentlichen Nutzung zugeführt sind, dann erfüllen sie die Voraussetzung, ein LEADER-Leitprojekt zu werden. Neben der Tatsache, dass die Kirche in Stuer in zentraler Lage das Ortsbild prägt, finden in ihr regelmäßig Konzerte von überregionaler Bedeutung statt. Dieses prädestiniert dazu, dass die Sanierung des Kirchturms in Stuer zum Leitprojekt erklärt wird. Die LAG unterstützt mit diesem Teilprojekt die Gesamtsanierung des Kirchengebäudes.

Handlungsfeld 4:
Wirtschaft im ländlichen Raum / Humanressourcen

1. Die Umsetzung und Weiterentwicklung des Regionalen Designs ist LEADER+ ein wichtiger Schwerpunkt in der LEADER-Arbeit. Mit den Handlungsempfehlungen SehZeichen WasserZeichen im Rahmen des Leitprojektes „Touristisches Leitsystem“ als Modell für die Mecklenburgische Seenplatte fördert die LAG nachhaltig die Vernetzung der Tourismusregion durch weiteren Ausbau und insbesondere Qualitätssicherung des touristischen Wegenetzes. Das Touristische Leitsystem soll auch zukünftig ein Schlüsselprojet in der LEADER-Region sein. Die Gemeinden Rechlin, Zislow, Jabel, Göhren-Lebbin, Diemitz (Gemeinde Mirow), Vipperow und Klink haben entsprechende Anträge vorbereitet bzw. für die laufende Förderperiode angekündigt.

2. Die LAG hat beschlossen, dass sie Klein- und Kleinstunternehmen im ländlichen Raum vorrangig fördern will, die

  •  
    • einen maßgeblichen Beitrag zur Daseinsvorsorge und Verbesserung der Lebensqualität im ländlichen Raum haben,
    • touristische Dienstleitungen anbieten, die saisonverlängern sind und/oder eine besondere Innovation / ein Alleinstellungsmerkmal darstellen,
    • einen maßgeblichen Beitrag zur Bewahrung und Erhaltung traditioneller Handwerkskunst und Handwerkstechniken leisten oder
    • historische Baumaterialien wiederentdecken, bewahren und/oder herstellen wollen.

Ein Beispiel für eine saisonverlängernde Maßnahme ist die Modernisierung des Eselhofes in Buchholz.

 

 

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